Eine Brise Krisel
Vaira Janz, Tamino Dathe, Marten Blatt, Stefanie Heinrich und Gretha Boenisch sind fünf Köpfe aus dem Bereich der Freien Kunst. Sie lernten sich während des Studiums an der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen kennen und bilden nun, auch über das Studium hinaus, das Künstler:innenkollektiv „Krisel“.
Das Kollektiv zeichnet sich durch eine interdisziplinäre Zusammensetzung aus, es führt verschiedene Sichtweisen zusammen und macht die kreative Zusammenarbeit einzigartig. Es werden künstlerisch neue Ausdrucksformen in Malerei, Installation, Performance bis hin zu Film, Foto und digitalen Medien erforscht. Dabei werden
verschiedene Kompetenzen und interdisziplinäre (Berufs-) Erfahrungen der jeweiligen Personen eingebracht. Es wird gemeinsam ein Raum geschaffen, in dem Ideen wachsen, Perspektiven aufeinandertreffen und Grenzen überschritten werden.
Das Kriselkollektiv, eine junge Konstellation aus fünf Künstler:innen präsentiert seine Debüt-Ausstellung als respektvolle Brise durch die Gegenwart. In einer Zeit, in der Unsicherheit zu unserem Alltagsklang gehört, verweben die Künstlerinnen und Künstler persönliche Erfahrungen, kollektive Beobachtungen und experimentelle Formate zu einer kuratorischen Begegnung mit dem Fragmentarischen, dem Bruchstückhaften und dem Unfertigen.
Der Titel „Eine Brise Krisel“ deutet eine Stimmungsrichtung an: Eine Brise – leicht, unaufdringlich – die dennoch Wandel anklingen lässt; die Krise: ein inflationär benutzter Begriff als Zeichen für die Abweichung vom Geplanten. Die Werke der fünf Künstler:innen setzen sich mit diesem Spannungsverhältnis auseinander: Zwischen Stillstand und Aufbruch, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Individuum und Gemeinschaft.
Jede:r eröffnet eine eigene Perspektive:
Ein emotionaler Blick auf das Alltägliche, das durch wiederkehrende Muster brüchig wird. Zentrale Fragen der Ausstellung drehen sich um: Wie verarbeiten Künstlerinnen und Künstler Krisenmomente? Welche Formen von Nähe entstehen innerhalb eines Kollektivs, dessen Stärke in der Diversität liegt? Und wie lässt sich Krise als kreativer Impuls verstehen, der neue Sichtweisen ermöglicht, statt zu lähmen?
Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Brise Krisel als einen Prozess zu erleben: niemals endgültig, immer im Fluss, offen für Modifikationen und Dialog. Die Werke reagieren aufeinander, bauen Brücken, lösen Knirschen aus und erzeugen neue Verstrickungen aus Denken, Fühlen und Sichtbarkeit.
Kuratorisch wird der Fokus auf Transparenz, Kontextualisierung und Raum für Reflexion gelegt. Begleitende Gespräche, kurze Künstlergespräche und Publikationen liefern Einblicke in die Entstehung, die Motivationen und die gemeinschaftliche Arbeitsweise des Kollektivs. So wird die erste Ausstellung zu einer keimenden Plattform, auf der die Brise zur Stimme wird und die Krise zu einem gemeinsamen Erfahrungsraum.
