„Deutschland. Aber normal“ - „Kein Bock auf Völkisch.“
Mit den Wahlergebnissen der AfD, einer vom Verfassungsschutz beobachteten Partei, manifestiert sich nun sichtbar, was lange unter der Oberfläche brodelte: ein Rechtsruck, der sich in Hetzkampagnen, populistischen Narrativen und gezielter Desinformation zeigt. Der alte Reflex, Migrant*innen für soziale Missstände verantwortlich zu machen, wird erneut instrumentalisiert, um Ängste zu schüren und Feindbilder zu schaffen.
Die Ausstellung „Deutschland. Aber normal.“ (Untertitel: „Kein Bock auf Völkisch.“) ist ein künstlerischer Gegenentwurf zu rechter Bildsprache, Medienmanipulation und falschen Eindeutigkeiten. Sie versammelt Positionen, die analysieren, irritieren und kontextualisieren. Der ursprünglich auf einem AfD-Plakat prangende Slogan, der die Gewalt der Normativität, den Hass gegen Andersartigkeit und die rückwärtsgewandte Sehnsucht nach einer vermeintlich idyllischen Vergangenheit bedient, wird von uns umgedeutet: Unser „Normal“ ist gelebte Diversität – in Sexualität, Herkunft und Ethnie, nicht völkische Abgrenzung.
Begleitet wird die Ausstellung von einem Seminar der Professorin Marta Vovk mit Studierenden der Bildenden Kunst an der Hochschule für Kunst im Sozialen Ottersberg. Diese Hochschule zeichnet sich durch ein internationales und inklusives Profil aus, das gelebte Diversität und soziale Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. Die Studierenden und ihre Professor:innen setzen sich für Diversität nicht nur ein, weil es „nice to have“ ist, sondern weil es ihre Lebens-, Existenz- und Arbeitsgrundlage ist.
Der Kunstverein Rothenburg, als Plattform für kritische, reflektierte Kunst, kann mit dieser Ausstellung eine deutliche Position beziehen. Er möchte mit dieser Ausstellung nicht nur die aktuellen politischen Entwicklungen künstlerisch reflektieren, sondern auch ein Zeichen setzen: Kunst ist politisch, Kunst ist Widerstand, Kunst bietet eine Alternative zur Alternative.
Gleichzeitig ist Rotenburg eine ländliche Gegend: Hier – zwischen Heuballen-Idylle und Heimatpathos – zeigen wir, wie schnell Romantik zur Heimatkitsch kippt, und widerstehen der Normalisierung.
